AI Vibe-Programmierung: Geschwindigkeit vs. Kontrolle
Herausforderungen beim Rapid Prototyping und in der Produktion
Wenn „Vibe Coding“ funktioniert, wirkt es fast schon magisch: Die KI kennt den Projektkontext, greift auf die richtigen Dateien zu und kann relativ schnell neuen Code entwerfen. Für kleinere Aufgaben – interne Skripte, einfache Webseiten, Profile oder einfache Automatisierungen – ist es perfekt geeignet. Ich habe es beispielsweise genutzt, um einen Prototyp für eine Kunden-Demo zu erstellen – und das viel schneller, als wenn ich alles von Hand geschrieben hätte.
Allerdings gibt es dabei auch Nachteile. Die KI neigt dazu, tief in den Quellcode „einzugreifen“. Manchmal greift sie auf Dateien zu, um deren Bearbeitung Sie sie nicht gebeten haben, oder schreibt sogar funktionierenden Code um. Selbst wenn Sie ausdrücklich anweisen, Modul X nicht anzurühren, tut sie es manchmal dennoch. Das bedeutet, dass Sie jede Änderung unbedingt Schritt für Schritt überprüfen müssen. Es ist immer noch viel zu einfach, stillschweigend Fehler zu verursachen.
Wo funktioniert das?
Die KI versteht den Projektkontext, schlägt die passenden Änderungen vor und sorgt dafür, dass innerhalb weniger Minuten etwas läuft. Bei kleinen Projekten – internen Skripten, einfachen Seiten, schlanken Automatisierungen – ist dies eine enorme Zeitersparnis.
Ich habe sogar Kundendemos in weniger als einer Stunde als Prototyp erstellt – etwas, das weit über das hinausgeht, was ein statisches Mockup zeigen könnte. Genau hier liegt die Stärke der KI: Breite statt Tiefe, indem sie auf öffentlich zugängliche Muster zurückgreift, um schnell einen funktionierenden Code zu erstellen.
Für mich sind die „Sweet Spots“ folgende:
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Prototyping: Ideen schnell in funktionierende Demos umsetzen.
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Interne Tools: z. B. einfache Anmelde-Apps für Teams-Veranstaltungen.
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Kleine Module: begrenzte Änderungen, die Sie innerhalb weniger Minuten prüfen können.
Es ist sehr hilfreich, die Arbeit in kleine, modulare Aufgaben aufzuteilen. Wenn Sie die KI auf einmal um eine umfangreiche Funktion bitten, führt dies oft zu einem „Spaghetti-Code“ oder zu unerwarteten Änderungen im gesamten Repository.
Wo liegen die Schwierigkeiten?
Mit zunehmender Komplexität lässt die Magie nach. Nischenbezogene, unternehmensspezifische Logik – wie beispielsweise Anpassungen zur Einhaltung von Vorschriften in Forge-Anwendungen – bringt die KI häufig ins Straucheln. Weitere Herausforderungen sind:
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Produktionsanwendungen: Die Fehlersuche gestaltet sich mühsam, wenn die KI Änderungen über Backend-, Frontend- und Datenbankebenen hinweg verteilt. Ohne aussagekräftige Protokolle bleiben subtile Fehler leicht verborgen.
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Team-Arbeitsabläufe: Wenn mehrere Entwickler ohne Abstimmung „einfach drauflosarbeiten“, kommt es schnell zu Merge-Konflikten und Regressionen.
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KI führt häufig zu doppelter Logik, verändert die Projektstruktur oder verursacht technische Schulden. Wenn ein ganzes Team die Ergebnisse der KI blind akzeptiert, kann der Code schnell unübersichtlich werden.
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Übergriff: Selbst wenn die KI angewiesen wurde, bestimmte Module nicht zu berühren, tut sie dies manchmal dennoch. Eine schrittweise Überprüfung ist unabdingbar.
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Probleme mit Paketen/Versionen: KI kann Bibliotheken mit veralteten Versionen oder bekannten Sicherheitslücken vorschlagen, was zu versteckten Risiken in der Lieferkette führen kann.
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Rechtliche/urheberrechtliche Bedenken: KI-Code kann aus urheberrechtlich geschützten Quellen abgeleitet werden; die Gesetzgebung und die Rechtsprechung befinden sich noch in der Entwicklung, was bedeutet, dass Sie mit Ansprüchen oder lizenzrechtlichen Komplikationen konfrontiert werden könnten.
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Sicherheitsrisiken: Automatisch vorgeschlagene Abhängigkeiten können CVEs oder unsichere Versionen mit sich bringen und somit die allgemeine Sicherheitslage Ihrer Lieferkette beeinträchtigen.
Tools, die ich ausprobiert habe
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Windsurf – Bietet eine hervorragende Entwicklererfahrung, erfasst den Projektkontext gut und eignet sich hervorragend für modulare Aufgaben. Sie müssen jedoch weiterhin wissen, was Sie wollen, und die Arbeit in kleinere Schritte unterteilen. Die gleichzeitige Umsetzung umfangreicher Funktionen führt oft zu unübersichtlichen Ergebnissen.
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Rovo Dev Agents (Beta) – KI-Programmierwerkzeug – in der Praxis wirkte es noch nicht besonders Atlassian-spezifisch – eher wie ein weiterer KI-Programmierassistent, wenn auch mit interessantem Potenzial innerhalb von Atlassian-Umgebungen (Rovo-Agenten → Automatisierung).
Mein Fazit
„Vibe-Coding“ ist so, als würde man mit einem scharfsinnigen, aber unberechenbaren Praktikanten zusammenarbeiten: brillante Ideen, fragwürdige Umsetzung.
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Ja, nutzen Sie es für Prototypen, interne Tools und kleinere Änderungen.
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Nein, nicht blindlings in der Produktion. Nur in begrenztem Umfang und unter strenger Kontrolle (da dies zu Rechtsunsicherheit, Risiken in der Lieferkette sowie Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der langfristigen Wartbarkeit führen könnte). Bei komplexen Anwendungen sollte KI die menschliche Arbeit bei Design, Tests und Überprüfungen unterstützen – und nicht ersetzen.
Wenn es richtig umgesetzt wird, kann es Ihre Geschwindigkeit verdoppeln. Wenn es falsch umgesetzt wird, führt es zu Regressionen, technischer Verschuldung und rechtlicher Unsicherheit.
Wichtige Ansprechpartner:
Matej Štrba
Martin Fischer
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